COVERSTORY

Still difficult?..... anscheinend ja:

v. A. Ba-Ssalamah

Im Rahmen des ECR 2019 hat Dr. Ba-Ssalamah, von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der Medizinischen Universität Wien, die Differenzierung der Adenome vs. FNH  und die Subklassifikation der Adenome im Rahmen einer Session, „Imaging of benign liver lesions: still difficult?“  präsentiert.

Prof. Ba-Ssalamah hat dabei die neuesten Erkenntnisse bezüglich der Diagnose dieser Entitäten gezeigt und die Rolle der MRT mit  Gadoxetsäure als Biomarker zur Differenzierung dieser Entitäten und Subtypen auf molekularer Ebene demonstriert.
 

In den Anfängen der Schnittbildradiologie stellte die Charakterisierung fokaler Leberläsionen oftmals eine Herausforderung für Radiologen dar.  Ging es um die Befundinterpretation, wurde früher oftmals bezüglich fokaler Leberläsionen die FNH und das Adenom gleichgesetzt. Befunde lauteten etwa: eine fokale Leberläsion, entweder FNH oder Adenom entsprechend. Beide  Läsionen wurden grundsätzlich als benigne betrachtet.  Neuerdings wissen wir, dass beide Leberläsionen bezüglich Prognose und Management sehr unterschiedlich sind. Die FNH, fokale noduläre Hyperplasie, ist eine sogenannte „do not touch lesion“.  Hingegen ist das Hepatozelluläres Adenom (HCA) zwar ein sehr seltener Tumor, nichts desto trotz aufgrund seines biologischen Verhaltens klinisch und radiologisch aber divergent.

Das HCA wird zwar als benigne ifiziert, aufgrund seines Verlaufes allerdings als Borderline Tumor eingestuft. Es hat sich herausgestellt, dass manche Adenome im Lauf der Zeit größenkonstant bleiben oder sich sogar zurückbilden, wenn die Patienten die extrinsische Hormonzufuhr (wie z.B Einnahme oraler Kontrazeptiva) stoppen, oder im Falle eines metabolischen Syndroms durch diätische Maßnahme eine Gewichtsreduktion erzielen.

In anderen Fällen können Adenome auch eine deutliche Größenprogredienz aufweisen, sie können einbluten, rupturieren oder sich manchmal in ein  Hepatozelluläre Karzinome (HCC) transformieren.

Die wissenschaftliche französische Bordeaux-Gruppe beschäftigt sich mit der Klassifizierung der Adenome, welche nicht nur eine, sondern verschiedene Entitäten darstellt.

Im Jahr 2006 publizierte diese Gruppe  die Einteilung der Hepatozellulären Adenome in 4 Subtypen, wie folgt:

(1)   Inflammatorisches Adenom

(2)   Hepatozyte nuklear faktor 1a(HNF-1a)–inaktiviertes Adenom (Steatotisches Adenom)

(3)   b-Catenin–aktiviertes Adenom

(4)   Unklassifiziertes Adenom oder Mischtyp

 

Die Gruppe um Prof. Ba-Ssalamah  an der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der Medizinischen Universität Wien, korrelierte im Jahre 2015als erste diese Einteilung auf Molekularebene radiologisch-pathologisch.

 

In dieser  Studie haben wurde beobachtet, dass 90% aller Adenome das hepatobiläre Kontrastmittel (KM) Gadoxetsäure Dinatrium (Primovist®) in der hepatobilären Phase, 20 Minuten nach KM-Gabe auswaschen. Allerdings zeigen 10% eine inhomogene Retention oder ein inhomogenes Auswaschen. Dies waren die Adenome vom inflammatorischem oder b-Catenin–aktiviertem Subtyp. Diese Subtypen entsprechen den Adenomen, welche in der revidierten Klassifikation der französischen Bordeaux Gruppe 2017  mit jenen  sogenannten Hoch-Risiko Adenome korrelieren,  welche entweder einbluten oder eine maligne Entartung aufweisen.



 

Literatur:

Zucman-Rossi J, Jeannot E, Nhieu JT, et al. Genotype-phenotype correlation in hepatocellular adenoma: new classification and relationship with HCC. Hepatology 2006;43(3): 515–524.

 

Morphologic and Molecular Features of Hepatocellular Adenoma with Gadoxetic Acid-enhanced MR Imaging. Ba-Ssalamah A, Antunes C, Feier D, Bastati N, Hodge JC, Stift J, Cipriano MA, Wrba F, Trauner M, Herold CJ, Caseiro-Alves F. Radiology. 2015 Oct;277(1):104-13.

 

Nault JC, Couchy G, Balabaud C, et al. Molecular classification of hepatocellular adenoma associates with risk factors, bleeding, and malignant transformation. Gastroenterology. 2017;152(4):880‐894. e886.

 

Bastati-Huber N, Pötter-Lang S, Ba-Ssalamah A. [Focal nodular hyperplasia and

hepatocellular adenoma]. Radiologe. 2015 Jan;55(1):18-26