LEBERSPEZIFISCHE T1-BILDGEBUNG

LeberspezifischeT1-Bildgebung 

 

Die weltweit ständigsteigende Anzahl primär maligner Lebertumore, vorwiegend hepatozelluläreKarzinome (HCC), erfordert immer mehr eine korrekte wie auch frühzeitigeDiagnostik von Läsionen, welche einen bedeutenden Einfluss auf weitereTherapieentscheidungen und das Patientenmanagement hat.

 

„Im AKH Wienbegutachten wir jährlich circa 200 Patienten mit fraglichen benignen undmalignen Leberläsionen“, so Univ. Doz. Dr. Ahmed Ba-Ssalamah von derUniversitätsklinik für Radiodiagnostik an der Medizinischen Universität Wien.„Nicht nur die Detektion, sondern auch möglichst genaue Informationen überMorphologie und Vaskularisationl der Läsion sind entscheidend für den weiterenVerlauf, zum Beispiel der eines operativen Eingriffes oder einerChemotherapie“.

 

Primovist®(GD-EOB-DTPA, gadoliniumethoxybenzyl diethylenetriamine pentaacetic acid) ist ein leberspezifisches Gadolinium-basiertes Kontrastmittel,das aufgrund seiner hohen Hepatozyten-Spezifität – kombiniert mit dynamischer Bildgebung– im Vergleich zu extrazellulären MR-Kontrastmitteln sowohl die Detektion, als auch die Charakterisierung von fokalenLeberläsionen mit einer hohen Zuverlässigkeit.  Bei der präoperativen Diagnose vonLebermetastasen  z. B. ermöglicht„Primovist vor allem in der hepatospezifischen Phase in Kombination mit denDiffusion gewichteten MR Sequenzen (DWI) die Detektion und Charakterisierungvon Läsionen bis in den 2-3mm Bereich. Dank Primovist ist die MRT der Leber indieser Hinsicht allen anderen Modalitäten, inklusive  sogar die moderne PET-CT“, uberlegen, soBa-Ssalamah.

 

Aufgrund seinerstrukturellen Eigenschaften wird GD-EOB-DTPA spezifisch von den Leberzellenrelativ schnell und in hoher Dosis (hepatozytäre Aufnahme mehr als 50% derDosis) aufgenommen und macht durch parenchymale Kontrastverstärkung das gesundeLebergewebe sichtbar.

Läsionen, welche keineoder nur eine minimale Funktion haben (Zysten, Metastasen oder die meistenLeberzellkarzinome) reichern das Kontrastmittel nicht an und lassen sich soentdecken und lokalisieren. Das frühe Erkennen und die Charakterisierung derexakten Läsionsart bei bösartigen und gutartigen fokalen Leberläsionenverbessern die diagnostische Genauigkeit und ermöglichen auch die richtigeTherapieentscheidung..

 

Zusätzlich liefert dasMR-Kontrastmittel in der Zeit direktnach der Kontrastmittelapplikation (dynamische Sequenzen) nützlichediagnostische Informationen und ermöglicht so auch die Charakterisierung derLäsionen. „Visualisierung der Lebergefäßstrkturen und Wissen über dieVaskularisation des Leberherdes und des umgebenden Leberparanchyms sind für unsessentiell“, unterstreicht der Experte.

Durch die Kombinationder frühen dynamischen Bildgebung und der Aufnahmen in derleberzellspezifischen Phase hilft die Kontrastmittel-verstärkte Bildgebung beimAuffinden invasiver Tumore und unterstützt die Planung eines möglichenchirurgischen Eingriffs.

 

RadiologInnen könnenauch kleine pathologische Leberläsionen identifizieren; so kann die Entdeckung,Charakterisierung und Lokalisation von Leberläsionen in derleberzellspezifischen Phase der Untersuchung verbessert und eine frühe Diagnosevon Lebererkrankungen wie dem hepatozellulären Karzinom ermöglicht werden, dadieses meistens in der arteriellen Phase das Kontrastmittel stark aufnimmt, unddann aber in der venösen und hepatospezifischen Phase aktiv abbaut.

 

LeberzellspezifischeMR-Bildgebung hat sich als eine akkurate Methode zur Erkennung undCharakterisierung fokaler Leberläsionen bewiesen. Primovist®ermöglicht T1-gewichtetes Leber-Imaging und entspricht mitseinem Sicherheitsprofil den heutigen hohen Maßstäben. Es wird intravenös alsBolus injiziert und aufgrund seines dualen Ausscheidungsmechanismus (50 % renalund 50 % hepatobiliär) kann ein Ausscheidungsweg im Falle einerFunktionseinschränkung eines der beiden Organe den anderen kompensieren; es istsomit auch für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion gut einsetzbar.

 

 

 

Fallbeispiel:

Anamnese: 59-Jahrealter Patient mit Reizdarmsymptom, Hämoccult positiv. Ein Monat später:Kolonoskopie/ Retroskopie/ Ultraschall/ Computertomographie zeigen einsigmoides Karzinom mit simultanen Lebermetastasen.

 

Therapie: Chemotherapie,sigmoide Resektion. Ein halbes Jahr später: Staging: Im Zuge derTumor-Verlaufskontrolle zeigten sich im CT Regressionen der Leber-Metastasen.

 

Fragestellung: Metastase?Operabilität der regressiven Herde?

Kontrastmittel: InjiziertesVolumen: 9 ml Primovist® i. v.; Bolus-Injektion; Spülung mit 20 ml NaCl

 

Beurteilung: Injektionvon Primovist® steigert merklich die Sensitivität bei Erkennung sehr kleinerLäsionen. Bei der gegenwärtigen Ausdehnung der Lebermetastasen sollte einesystemische Chemotherapie dem chirurgischen Eingriff vorgezogen werden.Nachfolgeuntersuchung mit Primovist® in drei Monaten empfohlen.

 

 

 

Situation vor Therapiemit drei Läsionen ([1] Pfeile). Nach Therapie sind die Läsionen merklichgeschrumpft - Regression in Größe und Anzahl der Läsionen ([2a/2b] Pfeile).Nach Injektion von 9 ml Primovist® (10 Minuten) klare sichtbare Demarkation derLeberläsionen ([3] rote Pfeile). Eine weitere Läsion kann im linken Leberlappenfestgestellt werden (blauer Pfeil), welche in den Nativ-Scans nicht sichtbarist. Nur 8 – 10 min p. i. können die kleinsten Läsionen identifiziert werden ([4]Pfeil).

 

 

 

Primovist®0,25 mmol/ml Injektionslösung, Fertigspritze. Qualitativeund quantitative Zusammensetzung: 1 ml Injektionslösungenthält 181,43 mg Dinatriumgadoxetat (Gd-EOB-DTPA Dinatrium), entsprechend 0,25mmol Gd-EOB-DTPA Dinatrium. Eine Fertigspritze mit 5,0 ml Lösung enthält 907 mgDinatriumgadoxetat. Eine Fertigspritze mit 7,5 ml Lösung enthält 1361 mgDinatriumgadoxetat. Eine Fertigspritze mit 10,0 ml Lösung enthält 1814 mgDinatriumgadoxetat. Enthält 11,7 mg Natrium/ml. Liste der sonstigenBestandteile: Trinatriumcaloxetat, Trometamol, Salzsäure (zurpH-Einstellung), Natriumhydroxid (zur pH- Einstellung), Wasser fürInjektionszwecke. Pharmakotherapeutische Gruppe: ParamagnetischeKontrastmittel, ATC-Code: V08 C A10.Anwendungsgebiete: Primovist istindiziert zur Erkennung von fokalen Leberläsionen und liefert Informationen zurBeschaffenheit der Läsionen mittels T1-gewichteter Magnetresonanztomographie(MRT). Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum zur intravenösen Anwendung. Gegenanzeigen:Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigenBestandteile. Inhaber der Zulassung: Bayer Austria Ges.m.b.H.,Herbststraße 6-10, 1160 Wien.

 

Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept-und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Weitere Angaben zuWarnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mitanderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft undStillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichtenFachinformation. Stand der Information: Juli 2010.

 

1108.0150.L.DI.Primovist