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Philips Allura

NeueDimension in der Intervention bei Schlaganfallpatienten an derUniversitätsklinik für Radiologie in Innsbruck


Mit neuenBehandlungsmethoden und Anwendungen erweitern die interventionelle Radiologieund die Neuroradiologie ihr Spektrum. Interventionelle Verfahrenerfordern einen hohen Detaillierungsgrad bei der Darstellung der Organperfusionsowie der Durchlässigkeit der Blutgefäße. Die Philips Allura Produktfamiliebietet 2D-Perfusion für eine hochauflösende Echtzeit-Darstellung. Dabei sindlediglich eine Kontrastmittelinjektion und eine einzige digitaleSubtraktionsangiographie-Aufnahme erforderlich, um umfassende Informationen zuGefäßen und Organperfusion zu erhalten.

 

Das Department Radiologie derMedizinischen Universität Innsbruck hat sich für eine Philips Allura mit2D-Perfusion entschieden.

 

Ein Interview mit ao.Univ.-Prof.Dr.med.univ. Andreas Chemelli, bereichsleitender Oberarzt der Angiographie undinterventionellen Radiologie an der Universitätsklinik für Radiologie inInnsbruck, über die Möglichkeiten und Erwatungen an das neue System.

 

Welche Behandlungsmethoden bietetdie neue 2D-Perfusion-Lösung und welche Gebiete werden davon am meistenprofitieren?


Andreas Chemelli: Unsere Abteilunghat sich für das System entschieden, nachdem wir uns in der Klinik Hirslanden,Schweiz, Abteilung Prof. Rüfenacht, über die Möglichkeiten des neuen Geräts undder neuen Software informiert haben.

Diesesneue Verfahren bietet die Möglichkeit, angiographisch die cerebraleDurchblutung in unterschiedlichen Hirnregionen farblich darzustellen. DieQuantifizierung der Hirndurchblutung wird es uns ermöglichen, Schwellwerte füreine ausreichende Hirnperfusion festzulegen und dadurch können Therapie-relevanteEntscheidungen besser getroffen werden.

Icherwarte mir von der 2D-Perfusion eine entscheidende Unterstützung imdiagnostischen Management des zerebralen Vasospasmus, insbesondere nachabgelaufener Subarachnoidalblutung. Zusätzlich lässt sich der Therapieeffekt – Angioplastieoder intraarterielle medikamentöse Spasmustherapie – unmittelbar nach derBehandlung quantifizieren.

Einenweiteren Einsatzbereich sehe ich bei der hämodynamischen Beurteilung von intrakraniellen Stenosen. Die direkte Darstellung derverminderten Hirnperfusion und die Quantifizierung der Reservekapazität werdenhier sicherlich eine wertvolle Zusatzinformation ergeben.

Dergrößte Anwendungsbereich jedoch wird sicherlich der ischämische Schlaganfallsein. Hier, denke ich, wird die 2D Perfusion einen wichtigen Beitrag leisten,da das Ausmaß der Perfusionsminderung und die Reperfusion nach Gefäßeröffnungdirekt verglichen werden können. Die Darstellung der Hirnperfusion durch dieGefäßkollateralisation initial bei noch bestehendem Verschluss, oder auch nacherfolgter Therapie bei inkompletter Rekanalisation werden sicherlich alsprognostischer Faktor für das klinische outcome von Nutzen sein.

 
Was sind die größtenHerausforderungen bei der Behandlung von Schlaganfall-Patienten?


AC: Der Schlaganfall stellt eine derErkrankungen mit der höchsten Morbidität und Mortalität in denindustrialisierten Ländern dar. Bei der Behandlung gilt der Grundsatz: guthilft, wer schnell hilft. Die effektive Behandlung beginnt unmittelbar nachAuftreten der klinischen Symptome. Die Alarmierung des Rettungs- undNotarztsystems mit sofortiger Zuweisung in eine spezialisierte neurologischeFachabteilung – Stroke Zentrum – garantiert einen geringen Zeitverlust. Dieanschließende neurologische Abklärung, CT Untersuchung und der Beginn derintravenösen (iv) Lysetherapie folgen unmittelbar nacheinander.

DieEntscheidung, ob ein lokales invasives Therapieverfahren notwendig ist, richtetsich nach der fehlenden klinischen Besserung der Symptome und auch dem Fehlender suffizienten Gefäßwiedereröffnung. Eine partielle klinische Verbesserungist noch nicht zwangsläufig auf eine suffiziente Gefäßreperfusion begründet. Diemorphologische Darstellung der Reperfusion des Gefäßverschlusses wird derzeitnicht-invasiv durch die CT Angiographie oder MR Angiographie durchgeführt. Mitder uns nun zur Verfügung stehenden Technik wird es uns erstmals möglich sein,eine komplette zerebrale Gefäßdarstellung direkt im Angiographieraum nur durchintravenöse Kontrastmittelinjektion zu erzielen (VasoCT). Somit kann auchmorphologisch der Effekt der iv Lyse dargestellt werden, und falls dieRekanalisation nach iv Lyse unzureichend ist, befindet sich der Patient bereitsauf dem Angiographietisch für die anschließende endovaskuläre Therapie. DasVasoCT wird in vielen Fällen die Indikationsstellung für den invasivenEingriff, der meistens in Allgemeinnarkose durchgeführt wird, erleichtern, undwir gewinnen Zeit, da wir auf die CT und MR Kontrolle nach iv Lyse verzichten können.

 

Inwieweit unterstützt Sie einebildliche hochauflösende Echtzeitdarstellung der Perfusion bei der Behandlungvon Schlaganfällen?


AC: Die Möglichkeiten, die sich unsmit dem neuen Gerät und der Software bieten, sind vielfältig und erleichternsicherlich die diagnostische Abklärung und Entscheidungsfindung imdiagnostischen Schlaganfallmanagement, welches wiederum ein Stück weiter in dieAngiographie verlagert wird. Insbesondere die Möglichkeit einer nicht invasivenDarstellung der Hirngefäße allein durch intravenöse Applikation vonKontrastmittel (VasoCT) beschleunigt und vereinfacht die diagnostischeAbklärung und gibt Sicherheit für weitere therapeutische Entscheidungen. Invielen Fällen kann sicherlich das XperCT ein frühes postangiographischesKontroll-CT ersetzen, oder bereits nachfolgend therapeutische Schritteeinleiten. Einen großen Vorteil erwarte ich mir in der Darstellung vonintrakraniellen Stents und Flow diverter durch das XperCT.

 

Wie wichtig ist Ihrer Meinung nachPerfusion Imaging in der endovaskulären Intervention?

AC: Die Einführung der 2D-Perfusionwird uns sicherlich neue Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapiekontrolledes ischämischen Schlaganfalls, des zerebralen Vasospasmus sowie von stenosierendenErkrankungen der intrakraniellen Gefäße geben.

 

Welche Vorteile und Fortschritteerwarten Sie sich, sobald Sie das neue Gerät / die neue Software in der Praxisanwenden können?


AC: Das neue Gerät ist alsbiplanares System mit zwei Flachdetektoren ausgerüstet, wodurch die C Bögenwesentlich kompakter gehalten sind, wodurch wiederum auch komplexe CBogeneinstellungen durchgeführt werden können. Natürlich zeichnet sich die neueTechnologie auch durch eine bessere Bildqualität bei gleichzeitigerDosisreduktion aus. Auch die Dicke der Betrachtungsmonitore hat sich deutlichreduziert, wodurch nun mehr Platz im Angiographieraum vorhanden ist. Dieverbesserte Gerätemechanik ermöglicht schnellere Rotationszeiten und somit eineKontrastmitteleinsparung.

Sehrglücklich sind wir, dass nun eine Weichteildarstellung des Gehirns möglich ist.Das sogenannte XperCT ermöglicht mit Hilfe eines Rotationsscans direkt amAngiographietisch die Weichteildarstellung des Gehirns. Somit können möglicheEreignisse wie Blutungen oder ein Hydrozephalus schon während derangiographischen Behandlung diagnostiziert werden.
Außerdem lassen sich nun mit dem XperCT intrakranielle Stents und flow diverterim Gesamten darstellen, dies ermöglicht nun ohne Zweifel die Beurteilung ob derStent korrekt liegt und ob er sich vollständig geöffnet hat.

DieMöglichkeit, ein VasoCT, also eine cerebrale 3D Gefäßdarstellung mitintravenöser Kontrastmittelapplikation, durchzuführen, wird meines Erachtensdie Frequenz der intraarteriellen Kontrollangiographien insbesondere nachCoilembolisation oder operativem Clipping vermindern. Zum einen wird bzw. kanndamit die Invasivität der Untersuchung und zum anderen die Anzahl derstationären Aufnahmen für die diagnostische Angiographie reduziert werden.

 

ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ. Andreas Chemelli
Bereichsleitender Oberarzt der Angiographie und interventionellen Radiologie
Universitätsklinik für Radiologie (Direktor: o.Univ. Prof. Dr. W. Jaschke);
Universitätsklinik für Neuroradiologie (Direktorin: o.Univ.Prof. Dr. E. Gizewski)
Landeskrankenhaus/Universitätskliniken Innsbruck
Anichstraße 35
6020 Innsbruck

2D- Perfusion © Philips

 

2D- Perfusion © Philips