REFERENZWERTE

Aktualisierung der diagnostischen Referenzwerte für Österreich - Empfehlungen für den Bereich Computertomografie

Wachabauer, David; Röthlin, Florian (2018): Aktualisierung der diagnostischen Referenzwerte für Österreich - Empfehlungen für den Bereich Computertomografie. Gesundheit Österreich, Wien.

 

Diagnostische Referenzwerte (DRW) in den Bereichen konventionelles Röntgen, Durchleuchtung, Interventionen sowie Computertomografie (CT) sind vorgegebene Dosiswerte bei Standarduntersuchungen an einer Gruppe von Patientinnen/Patienten mit Standardmaßen.

 

Sie sollen dabei helfen, zu erkennen, ob Patientinnen/Patienten bei Untersuchungen oder Interventionen vermeidbar hohen Strahlendosen ausgesetzt sind. Die derzeit in der österreichischen Medizinischen Strahlenschutzverordnung für CT festgelegten DRW wurden 2017 im Rahmen eines Projekts der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) zur Aktualisierung der DRW für konventionelles Röntgen, Durchleuchtung, Interventionen und CT auf Basis von Daten der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. und des Berichts von Leithner/Homolka (2011) aktualisiert.

 

Um diese DRW auch mittels einer österreichweiten Datenerhebung möglichst aktuell zu halten, wurde die GÖG vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) mit einem Projekt beauftragt, die derzeit geltenden DRW für Erwachsene im Bereich CT zu evaluieren und gegebenenfalls Empfehlungen für neue DRW zu erarbeiten. Dosiswerte für CT wurden mit einer Onlinebefragung erhoben, an der teilzunehmen alle österreichischen Krankenanstalten und Einrichtungen im niedergelassenen Bereich mit CT-Geräten eingeladen wurden. Die Datenerhebung erfolgte mit einem personalisierten Onlineerhebungsbogen. Zusätzlich wurde eine Reihe von flankierenden Maßnahmen gesetzt, um möglichst hohe Rücklaufquoten zu erreichen.

 

Die Empfehlungen für adäquate österreichische DRW für CT wurden auf Basis der erhobenen Daten von einer Expertengruppe erarbeitet. Insgesamt wurde eine Rücklaufquote von rund 76 Prozent erreicht, 86 Prozent für Krankenanstalten und 55 Prozent für den niedergelassenen Bereich (Ordinationen und selbstständige Ambulatorien im Sinne extramuraler „CT-Institute“).

 

Es wird empfohlen, die Untersuchungstypen Kalzium-Scoring, CT-Koronarangiografie prospektiv exkl. Kalzium-Scoring und Retroperitoneum mit Becken (Urolithiasis) als neue DRW in die Medizinische Strahlenschutzverordnung aufzunehmen, auf die Weiterführung des Untersuchungstyps Becken (pro Scanserie) könnte hingegen verzichtet werden. Insgesamt käme es durch die Annahme dieser Empfehlungen zu einer weiteren Annäherung der DRW für CT im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz).

 

Hier finden Sie die Vollversion der Empfehlungen.