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Schmerzfreie MRT-Untersuchung der Prostata liefert höhere diagnostische Sicherheit

Jeder sechste Mann erkrankt an Prostatakrebs. In der EU und den USA zählt das Prostatakarzinom  zu den häufigsten Todesursachen durch Krebs bei Männern. Alleine in Österreich werden jährlich zirka 5000 Männer mit dieser Diagnose konfrontiert, 1000 davon sterben daran. Je früher das Karzinom diagnostiziert und behandelt wird, desto geringer sind die Nebenwirkungen der Therapie und desto höher die Überlebenschancen. Besonders wichtig dabei: der sichere Nachweis und die richtige Klassifizierung der Erkrankung.

Wenn ein erhöhter PSA-Wert im Blut und eine pathologische rektale Untersuchung auf einen Prostatakrebs hinweisen, beginnt für viele Männer ein Leidensweg. Nicht jedes erhöhte PSA ist jedoch auf ein Prostatakarzinom zurückzuführen. Dennoch werden routinemäßig zur histologischen Abklärung transrektale, systematische oder gezielte Biopsien des Organs mittels Ultraschallführung (TRUS) durchgeführt. Nicht selten führen aber die Entnahmen inkonklusiver Gewebeproben zu Wiederholungspunktionen. Das Risiko, das Karzinom dabei nicht zu treffen liegt für die TRUS-Biopsie bei 25-30%1. Durch den Einsatz von 3-dimensionalen Biopsiemethoden lässt sich die Trefferquote etwas erhöhen2. Während auf der einen Seite die effizienteste Biopsiestrategie evaluiert wird, gewinnt die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT), vor allem durch verbesserte Technologie im Zusammenspiel mit neuen Sequenzen, in der Detektion und Charakterisierung des Prostatakarzinoms immer mehr an Bedeutung.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die mpMRT der Prostata mit beachtlicher Sensitivität und Spezifität durch strukturelle und funktionelle Techniken speziell an 3 Tesla Geräten, einen wichtigen Beitrag zum Nachweis und Staging eines klinisch signifikanten Prostatakarzinoms leistet. Die mpMRT hat das Potenzial als nicht invasiver Triage Test bei Risikopatienten eingesetzt zu werden.3 Mit einem negativen Vorhersagewert von 89% trägt die mpMRT dazu bei, vielen Männern unnötige Biopsie zu ersparen3.

Neueste Technologie von Siemens Healthcare

Die MRT der Prostata ist eine nicht invasive, schmerzfreie und hoch sensitive Untersuchung. Bei Siemens kommt die Prostata-MRT  nun auch ohne die für Patienten sehr unangenehme Empfangsspule im Enddarm aus. Möglich wird dies durch intelligente Kombination von Tim 4G hochkanaligen Empfangsspulen, die lediglich von außen um den Unterleib des Patienten gelegt werden. Das Siemens Applikationspaket SEEit beinhaltet eine 30-Kanal Body Spule und verbindet diese außerordentliche Spulendichte mit der neuesten Sequenztechnologie RESOLVE. (Software-Plattform syngo E11) Mit diesem revolutionären Ansatz zeichnet sich die multiparametrische Prostata-MRT an Siemens Scannern durch hochauflösende diffusionsgewichtete Sequenzen aus, die artefaktreduzierte Bilder mit einer exzellenten signal-to-noise ratio (SNR) erzeugen.

Die Vorteile dieser Technologie liegen speziell bei der Beurteilung von kleinen Läsionen, für die sich die diagnostische Genauigkeit enorm erhöht. Strukturen, wie Tumorgrenzen werden deutlich klarer abgebildet. Zusätzlich wird durch RESOLVE die Untersuchungszeit einer mpMRT der Prostata um nahezu die Hälfte kürzer, ohne eine Beeinträchtigung der Bildqualität in Kauf nehmen zu müssen. Für kontrastmitteldynamische Messungen liefern die TWIST und die TWIST-VIBE Sequenzen eine verbesserte zeitliche Auflösung zur qualitativen und quantitativen Auswertung der Bildparameter, ohne Kompromisse in der Bildqualität einzugehen. Sehr kleine und früh Kontrastmittel aufnehmende Läsionen werden somit leichter entdeckt.

Im Zusammenspiel mit Syngo.via, der Software-Plattform zur Befundung klinischer Bilder, wird das Ergebnis einer mpMRT der Prostata einfach und standardisiert generiert, an die zuweisenden Urologen weitergegeben oder interdisziplinär diskutiert. Die syngo.MR General Engine unterstützt den radiologischen Beurteilungsprozess und generiert einen strukturierten Befund auf Basis der PIRADS-Klassifikation, wodurch die topographische Zuordnung einer suspekten Läsion erleichtert wird. Es kann eine individuelle Risikostratifizierung durchgeführt oder die Notwendigkeit einer gezielten Biopsie abgeleitet werden. Mit syngo.via Tissue4D, Teil der syngo.MR Prostate Engine hat der Radiologe ein Tool an der Hand, das ihm neben der qualitativen Analyse einer dynamischen Serie automatisch zusätzliche funktionelle Informationen wie Elastizität und Permeabilität des Tumors bietet. Insgesamt dauert die mpMRT der Prostata 15 bis 20  Minuten. Bislang sind in Österreich 10 Zentren mit der neuen Prostata-Technologie von Siemens ausgestattet.

  1. E. C. Serefoglu, S. Altinova, N. S. Ugras, E. Akincioglu, E. Asil, and M. D. Balbay, “How reliable is 12-core prostate biopsy procedure in the detection of prostate cancer?” Canadian Urological Association Journal, pp. 1–6, 2012.
  2. Barqawi AB1, Rove KO, Gholizadeh S, O'Donnell CI, Koul H, Crawford ED. The role of 3-dimensional mapping biopsy in decision making for treatment of apparent early stage prostate cancer. J Urol. 2011 Jul;186(1):80-5. doi: 10.1016/j.juro.2011.03.005. Epub 2011 May 14.
  3. M Abd-Alazeez, A Kirkham, HU Ahmed, M Arya, E Anastasiadis, SC Charman, A Freeman and M Emberton
    Performance of multiparametric MRI in men at risk of prostate cancer before the first biopsy: a paired validating cohort study using template prostate mapping biopsies as the reference standard Prostate Cancer and Prostatic Disease (2014) 17, 40–46



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