Bayer
Wie entsteht CIN und wie können wir vorbeugen?

Prof. Pontus B. Persson, Institut für Vegetative Physiologie, Charité Berlin
anlässlich des Wiener Radiologie Symposiums von 5.-7.11.2009




Anlässlich des Wiener Radiologie Symposiums hat Prof. Pontus B. Persson einen Vortrag zu einem der wichtigsten Themen beim Einsatz von Röntgenkontrastmitteln gehalten – der CIN.
Wichtig zu beachten sei, dass die Pathophysiologie der CIN derzeit  nicht vollständig geklärt sei, aber mit großer Wahrscheinlichkeit die Hypoxie der äußeren Medulla dabei eine Rolle spiele, so Prof. Persson. Eine Reihe von Eigenschaften der Kontrastmittel wäre für die CIN verantwortlich zu machen, wobei die Rolle der Osmolalität vermutlich überbewertet würde.

Die wahrscheinlich relevanteste Eigenschaft der Kontrastmittel hinsichtlich der Pathophysiologie der CIN habe erst kürzlich die Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Die rheologische Eigenschaft von Kontrastmitteln, nämlich ihre Viskosität. Die Viskosität der Kontrastmittel erhöhe die Viskosität der tubulären Flüssigkeit was einen Anstieg des Widerstandes und des interstitialen Nierendrucks zur Folge habe, und letztlich zu einer Reduktion des Flusses im Nierenmark und dann zu einer Senkung der glomerularen Filtrationsrate führe. Das Abnehmen der Nierenmarksperfusion scheine eine direkte Folge der Viskositätserhöhung zu sein, wenn hochvisköse Kontrastmittel gegeben werden (nichtionische Dimere). Die Schwedische Register Studie mit über 57.000 Patienten unterstreiche, dass das hochvisköse Kontrastmittel Iodixanol keine bessere Nierentoleranz zeige gegenüber niedrig osmolale Kontrastmittel mit geringerer Viskosität. In der Tat ließen die Ergebnisse dieser Studie den gegenteiligen Schluss zu: niedrig osmolale Kontrastmittel führten nur halb so häufig zum Nierenversagen als iso-osmolale, hochvisköse Kontrastmittel.

Unter den vielen vorgeschlagenen Maßnahmen, um CIN zu vermeiden, spiele eine adäquate Erhöhung der Flüssigkeitszufuhr die bedeutendste Rolle. Die Erhöhung der Flüssigkeitsaufnahme vermindere die Urinkonzentration in den Tubuli und vermeide somit einen steilen Anstieg der Viskosität in den Nierentubuli. Zudem führe erhöhte Flüssigkeitsaufnahme zur Erweiterung der Nierenmarksgefäße und erhöhe die Sauerstoffversorgung des Nierenmarks. Iso-osmolale Kontrastmittel könnten nachteilig sein bei der Vorbeugung von CIN.


Kontakt:
Andrea Schindelar, MPH
Leitung Marketing & Sales
Business Unit Diagnostic Imaging
Bayer Austria Ges.m.b.H.
Herbststraße 6-10
A-1160 Wien
Tel.: 01-71146-3303
Email: andrea.schindelar@bayer.at