Ein Adventgedicht…
Schon wieder ist das Jahr verronnen Fast hat das Neue schon begonnen.
So viel auch heuer so geschah,
Es ist vorbei. Eh ich’s versah,
Steht schon das Christkind vor der Tür.
Doch nicht nur in Metaphersprache,
Sondern in ganz privater Sache,
Und das im Dienst. Und das bei mir.
Es sagt, es braucht schnell einen Schall
Von sich, und dann auch für den Fall,
Dass ich im Schall nix seh –
Sicherheitshalber ein CT.
Ich wunder mich und schau verdutzt,
Denn das hab‘ ich noch nicht gelesen,
Dass bei diesen Himmelswesen
Unsere Technik auch was nutzt.
Noch niemand hat’s so weit getrieben,
Von Engerln Röntgenbilder machen,
Oder auch andere Bildersachen.
Kein Paper ist davon geschrieben.
Jedenfalls, so führt es aus,
Hat jemand was bei ihm gefunden.
Und das gehöre ganz g’schwind raus,
Am besten noch in diesen Stunden.
Es sei auch schon einmal geschallt
Geworden, und zwar auf Verdacht
Vom Spezialist, der die OP auch macht.
Und es hat einiges bezahlt.
Auf der Zuweisung, die ich krieg,
Steht was von „Stern“ und „zöliakal“
Und, was ich sonst so überflieg,
Dort sei etwas nicht ganz „normal“.
Ein wenig zittrig war ich schon,
Nervös halt auch, was glauben Sie…
Denn was weiß ich denn bitte von
Der christkindlichen Anatomie?
Sein Herz, das ist am rechten Fleck,
Doch braucht das Christkind eine Galle?
Ist die Appendix einfach weg,
Oder gar bland in jedem Falle?
Wie ich so hin und her beweg
Den Schallkopf über seinen Bauch,
Und mir was G’scheites überleg,
Da glitzerts, funkelts, strahlt es auch
Exakt zentral aus dem Abdomen,
Gerade noch vor der Aorta,
Seh ich den Schallreflex herkommen -
Und frage mich: was ist das dort, ha?
Nicht eine echte Diagnose
Fällt mir, wo ich sie bräuchte, ein.
Nicht Trauma, Fistel und Zirrhose,
Und auch Abszess kann’s keiner sein.
Machen wir noch ein MR,
Dass man doch dieses Rätsel knackt,
Und dieses gibt nur eines her:
`Nen großen Blooming Artefakt.
Da kommt mir schließlich die Idee,
Und ich erahne, was ich seh:
Die sichtbar sternförmige Struktur
Ist ganz gutartiger Natur,
Und trotz eines Kometenzeichens
Besteht kein Grund eines Erbleichens -
So sieht ein Weihnachtsstern halt aus,
Und der gehört auch nicht heraus
Weder –geschossen, noch –geschnitten,
Und es würd’ den Sinn verlieren,
Den immer wieder jeden dritten
Monat nachzukontrollieren.
Der braucht auch keine Pillenkuren -
Wenn Weihnachten vorüber geht,
Der Wind den Sternenstaub verweht,
Dann sieht man allenfalls noch Spuren.
Erleichtert wirkt des Christkinds Dank,
Und schon ist es davongeschwebt.
Ich bin auch froh, es ist nicht krank,
was die Dienststimmung deutlich hebt.
Und die Moral von der Geschicht’?
Eine Gescheite hab’ ich nicht.
Nur an den Haaren herbeigezogen:
Selbst’s Christkind braucht uns Radiologen.
Frohe Weihnachten und ein erstklassiges 2010 wünscht Ihr Radieschen.
Kontakt unter: radieschen@networld.at









