Artikelempfehlungen:

Lancet 2009 Nov 14;374(9702):1687-93. Epub 2009 Nov 4.

Comparison of routine and on-demand prescription of chest radiographs in mechanically ventilated adults: a multicentre, cluster-randomised, two-period crossover study.

Hejblum G, Chalumeau-Lemoine L, Ioos V, Boëlle PY, Salomon L, Simon T, Vibert JF, Guidet B.

Der Artikel vergleicht die Strategien der Überwachung von mechanisch beatmeten langzeit Intensivpatienten mittels täglicher Routine Thoraxröntgen mit der on demand Strategie hinsichtlich ihrer Effizienz und Effektivität in Bezug auf die optimale Pflege. Dabei erhielt die Routine Gruppe 1,09 Untersuchungen (mean pro Tag), die on demand Gruppe 0,75.
Dies resultierte in eine Reduktion der Thoraxröntgen um 32% bei der on Demandstrategie ohne Reduktion der Versorgungsqualität

Diese Arbeit bestätigt bereits früher gewonnene Erkenntnisse (siehe unten), die Dosiseinsparung ist leider nicht festgehalten!  



Anesthesiology. 2008 Jan;108(1):40-5.

On-demand rather than daily-routine chest radiography prescription may change neither the number nor the impact of chest computed tomography and ultrasound studies in a multidisciplinary intensive care unit.

Kröner A, Binnekade JM, Graat ME, Vroom MB, Stoker J, Spronk PE, Schultz MJ.

Diese retrospektive Studie dokumentiert den Einfluss der Eliminierung des Thoraxröntgen aus der täglichen Routine auf die CT- und die Ultraschallpraxis bei schwerkranken Patienten. Die Aufenthaltsdauer und die Mortalitätsraten wurden nicht beeinflusst. Auch die Durchführungsrate von CT Untersuchungen wurde nicht gesteigert. Insgesamt beeinflusste die Elimination des Thoraxröntgen aus der täglichen Routine nicht den Gebrauch oder die Art der Anwendung von CT-und Ultraschalluntersuchungen.



Chest. 2003 May;123(5):1607-14.

Utility of daily routine portable chest radiographs in mechanically ventilated patients in the medical ICU.

Krivopal M, Shlobin OA, Schwartzstein RM.


Diese prospektive Studie, ebenfalls bei beatmeten Intensivpatienten, unterscheidet zwischen dem Protokoll der täglichen Thoraxröntgen und klinisch indizierten Thoraxröntgen. Auch hier fand sich kein Unterschied in der diagnostischen Effektivität, im Behandlungserfolg oder in der Mortalitätsrate bzw. Aufenthaltsdauer des Patienten. Zusätzlich wurde eine Kostenreduktion und eine signifikant geringere Strahlenexposition in der Gruppe der Thoraxröntgen, die nur bei klinischer Indikation durchgeführt wurden, festgestellt.
Zusammenfassend ist also zu sagen, ob alte oder neue Studie, das ALARA Prinzip und das klinische Mitdenken ist immer sinnvoll, wenn sich auch die Dosiseinsparung bei nur kurzfristig intensivpflichtigen Patienten eher in Grenzen hält.